Eine der Neuerscheinungen aus dem AMIGO-Spieleverlag ist das Brettspiel Patrizier. Zooloretto-Autor Michael Schacht hat ein kurzweiliges Spiel geschaffen, dass uns nach Italien in die Zeit der Renaissance versetzt. Die 2 bis 5 SpielerInnen sind Baumeister ehrwürdiger Patrizier-Familien und sollen in verschiedenen Städten Patrizier-Türme Stock für Stock aufbauen. Wer die meisten Stockwerke eines Turmes erbaut, erhält hierfür Siegpunkte.
In der Spielebox befinden sich neben dem zweiseitig bedruckten Spielbrett insgesamt 149 Turmstockwerke aus Holz in den fünf Spielerfarben und 55 Auftragskarten.
Spielprinzip
Ziel des Spieles ist es möglichst viele Siegpunkte zu erreichen. Zu Beginn des Spiels erhält jeder Spieler einen Vorrat an Turm-Stockwerken und 3 Auftragskarten auf die Hand. Auf dem Spielbrett befinden sich je nach Spielerzahl neun oder zehn Städte, in die jeweils zwei Patriziertürme gebaut werden. Für jede Stadt gibt es zwei Siegpunkt-Chips, die unterschiedliche Werte haben.
Jede Stadt hat einen Maximalwert an Stockwerken, die errichtet werden dürfen. Wird diese Zahl an Stockwerken erreicht, wird die Stadt abgerechnet.Wer die Mehrheit am höchsten Turm hat, gewinnt den höheren Siegpunktchip der Stadt, der Spieler mit den meisten Stockwerken im kleineren Turm gewinnt den niedrigeren der beiden Siegpunktchips der Stadt.
Neben jeder Stadt liegt noch jeweils eine Auftragskarte offen, diese nimmt sich der Spieler, der in der Stadt gerade gebaut hat und zieht dann aus dem verdeckten Kartenstapel eine neue Karte und legt sie offen neben die Stadt. Die ausgespielte Karte legt der Spieler vor sich ab, diese sind für die Schlusswertung noch wichtig. Somit hat der Spieler wieder drei Karten auf der Hand und der nächste in der Runde ist dran. Sind alle Karten ausgespielt, endet das Spiel.
Die Auftragskarten bestimmen die Aktionen der Spieler. Auf den Karten befinden sich entweder zwei Städtewappen oder ein Städtewappen und eine Sonderaktion oder ein Städtewappen und eine Abbildung eines Patriziers. Die Städtewappen bestimmen, in welcher Stadt der Spieler Stockwerke bauen darf. Wenn man eine Karte mit zwei Wappen hat, darf man in dieser Stadt direkt zwei Stockwerke bauen, egal ob nun auf einen Turm oder auf beide Türme verteilt. Es müssen aber beide Türme mindestens ein Stockwerk haben, sind in einer Stadt z.B. 7 Stockwerke insgesamt erlaubt und ist der eine Turm schon 6 Stockwerke hoch, muss das letzte Stockwerk auf den bisher leeren Bauplatz gelegt werden.
Hat man eine Karte mit einer Sonderaktion, darf man zunächst ein Stockwerk bauen und dann die Sonderaktion nutzen. So darf ma
n z.B. in einer anderen Stadt ein Stockwerk umsetzen oder sich eine Karte von einer anderen Stadt nehmen. Damit kann man die Planung der Mitspieler schnell umwirbeln.
Die Karten mit den Patriziern sind für die Spielwertung entscheidend. Insgesamt gibt es drei verschiedene Adelige auf den Karten. Am Ende des Spiel zählen nun nicht nur die Siegpunkt-Chips der Städte, sondern auch die gesammelten Patrizier. Für je drei gleiche Patrizier gibt es nochmal knackige 6 Siegpunkte obendrauf. Wer geschickt Karten mit Patrizieren gesammelt hat, kann hier noch mal kräfitg Punkte abstauben, die durchaus gewinnentscheidend sein können. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt das Spiel.
Fazit
Patrizier ist ein relativ flott gespieltes Spiel, was sich auch sehr leicht erklären lässt und in das man daher auch einen leichten Einstieg findet. Die Spielpartien dauerten selbst mit potentiellen Dauergrüblern maximal 45 Minuten. Klar ist, dass das Spiel durch die Karten einen gewissen Glücksanteil hat und man seine Taktik daher ständig anpassen muss.
Neben der Entwicklung auf dem Spielbrett sollte man aber auch die Patrizier nicht aus dem Blick verlieren, hier können im günstigen Fall noch wichtige Punkte gemacht werden, auch wenn man als Baumeister nicht so erfolgreich ist. Man sollte es aber auf jeden Fall mit mehr als zwei Personen spielen, denn zu Zweit funktioniert das Spiel nicht wirklich toll.
Ein klitzekleiner Kritikpunkt wäre noch am Layout des Spiels zu machen: Eigentlich geht das Spiel nämlich auf, d.h. es gibt für jede Stadt genauso viele Baukarten, wie Stockwerte erlaubt sind. Nun hatten wir das Problem, dass am Ende des Spiels noch Städte unfertig waren und noch Baukarten für bereits fertiggebaute Städte da waren. Es war wohl während des Spiels zu Verwechselungen gekommen zwischen der Stadt (die farbig unterlegt ist) und der direkt danebenliegenden Karte, die mit den kräftigen Farben um die Aufmerksamkeit buhlt. Hier hätte man wahrscheinlich durch eine etwas unterschiedlichere Gestaltung ein paar Mißverständnisse vermeiden können.
Klar bietet das Spiel keine super Spieltiefe, ist aber als Ausgleich für ein längeres Spiel, als Aufwärmer oder Absacker oder einfach mal so zwischendurch sehr empfehlenswert und hat in allen Spielrunden bisher viel Spielspaß bereitet.
Wer einen Einblick in das Spielprinzip haben will: Auf der Webseite des Autors findet sich ein interaktiver Schnelleinstieg, auf der Webseite des Verlags kann man schon mal einen Einblick in die Regeln gewinnen.
Tags: amigo, Michael-Schacht, Patrizier, Rezensionen, Spielemesse 2007
Patrizier
von Michael Schacht
AMIGO-Spiele
ca. 20 EuroEure Spielewertung: [RATINGS]










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