Mit “Bezzerwizzer - Leichtes Spiel für Cleverquizzer” bringt Mattel ein neues Spiel in den Quizspiel-Markt. Dieser wird dominiert vom Klassiker Trivial Pursuit und der Spielversion von Wer wird Millionär. Und das neue Quizspiel Bezzerwizzer hat durchaus das Potential, hier als dritter Player in die erste Liga einzusteigen, denn es ist ein sehr gelungenes Quizspiel.
Bezzerwizzer will ein anspruchsvolles Quizspiel sein - das wird schon bei der Verpackung und beim Material an. Meistens sind Spieleschachteln bunt und auffällig, bei Bezzerwizzer ist die Schachtel in einem angenehmen After-Eight-Grün gehalten und lediglich der Spieletitel ist in zurückhaltender Typografie auf der Spielbox zu finden. In dieser Schachtel finden sich das Spielfeld, das ebenso aufs wesentliche reduziert ist, Ein Stoffsack mit 20-Wissensfelder-Steinen und für jeden der 2 bis 4 Spieler ein Spielstein, zwei Bezzerwizzer-Steine, ein ZWAP-Stein und ein Ablagefeld in der Spielerfarbe. Und natürlich, das darf bei keinem Quizspiel fehlen, die Fragekarten. Insgesamt 5.000 Fragen sind in 20 Wissensgebieten auf 250 Fragekarten verteilt. Das Spiel kostet zwischen 35 und 50 Euro, für Quizspiele durchaus “marktüblich”.
Das Spielprinzip
Das Spielprinzip ist relativ einfach: Jeder Spieler hat einen Pöppel auf dem Spielfeld und zieht bei richtiger Beantwortung einer Frage vor. Wer zuerst das Ziel erreicht, gewinnt. Zu Beginn des Spiels zieht jeder Spieler zufällig vier Wissensgebiete aus dem Sack. Jetzt kann jeder Spieler diese vier Gebiete in der Reihenfolge von 1 bis 4 auf seinem Ablagefeld ablegen und somit die Wertung bestimmen. So bringt die erste Frage nur einen Punkt auf dem Weg zum Ziel, die nächste Frage bringt schon zwei Punkte und die letzte dann vier Punkte. Die Spieler können also die vier zufällig gezogenen Gebiete je nach ihrem Kenntnisstand reihen und somit auch schwache Themen nach vorne holen.
Hat nach der ersten Phase aus vier Fragerunden noch kein Spieler gewonnen, kommen wieder alle Wissensgebiete in den Sack und es beginnt wieder wie beschrieben. Soweit wäre es ein ziemlich ödes Spiel, aber es gibt noch die Bezzerwizzer- und ZWAP-Steine. Wenn man bei einem Mitspieler eine Wissenslücke vermutet, setzt man einen seiner zwei Bezzerwizzer-Steine. Kann man nun selbst die Frage richtig beantworten darf man ein oder drei Felder vorgehen (je nachdem, wie früh man den Bezzerwizzer-Chip gesetzt hat), aber nur, wenn der Mitspieler versagt. Kann man die Frage selbst nicht beantworten, muss man allerdings selbst ein oder drei Straffelder zurückgehen. Pro Phase kann man zwei Bezzerwizzer-Steine einsetzen.
Der ZWAP-Stein kann in der eigenen Runde genutzt werden, um Wissensgebiete zu tauschen. Man kann seine eigene Reihenfolge ändern oder bei einem Mitspieler einen Stein tauschen. Schnell dem führenden Sport-Ass den Sportstein weggenommen und gegen “Bildene Künste” ausgetauscht und das Spiel kann eine Wendung nehmen. Oder man gaukelt seinen Mitspielern völlige Ahnungslosigkeit vor, einer setzt seinen Bezzerwizzer-Stein und verliert ihn so, da man selbst die Antwort doch weiß. Gerade diese drei Steine machen das Quizspiel interessant - denn so können alle Mitspieler auch in die Aktionen der anderen eingreifen, dadurch erhält das Spiel mehr Dynamik als andere Quizspiele.
Abgefragt werden Basiswissen sowie Fragen zu aktuellem Geschehen aus Architektur und Geografie, Geschichte und Politik, Naturwissenschaft und Technik bis hin zu Kunst, Design und Mode und zu gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Themen. Die Fragen sind aktuell und recht ausgewogen: zum Teil wirklich schwere Fragen, aber auch welche, die man leichter beantworten kann - insgesamt vergleichbar mit den Fragen der Mitbewerber Trivial Pursuit und Wer wird Millionär.
Statt mit 2 bis 4 Personen kann das Spiel auch in Teams gespielt werden und ist so auch für größere Gruppen geeignet.
Fazit
Quizspiele kommen bei uns eher selten auf den Tisch. Trivial Pursuit zieht sich durch die nervige Würfelei ständig in die Länge, hat aber durch Trilliarden Erweiterungen ein unerschöpfliches Reservoir an Fragen. Wer wird Millionär hat zwar die Fragen vom Günther Jauch, ist aber ohne diesen als Spiel nicht wirklich pralle. Bezzerwizzer schlägt meiner Meinung nach die beiden bekannten Spiele.
Es ist ein Quizspiel, in dem man auch bei anderen Spielern Einfluss auf das Spielgeschehen nehmen kann, ob man nun bezzerwizzt, zwapt oder blufft. Die Fragen sind gut sortiert und auch die ruhige, klare Gestaltung des ganzen Spiels passt hervorragend zum Gesamteindruck. Und ein Spiel dauert nicht lange, so zwischen 30 und 60 Minuten, so dass man es auch mal zwischendurch spielen kann. Als Quizspiel kann ich es nur wärmstens empfehlen, wer solche Spiele mag, wird hier seine Freude haben. Wer grundsätzlich Quizspiele blöd findet, der sollte auch in diesem Fall sein Geld lieber in andere Brettspiele anlegen - denn auch wenn Bezzerwizzer ein tolles Quizspiel ist, es ist und bleibt ein Quizspiel.
Die Webseite zum Spiel bietet übrigens die Möglichkeit für ein Online-Probespiel.
(Wertung in der Kategorie Quizspiel)
Bezzerwizzer - Leichtes Spiel für Cleverquizzer
von Jesper Bülow
Verlag: Mattel
Preis: ca. 35 bis 50 Euro
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Tags: Bezzerwizzer, Brettspiel, Mattel, Quizspiel, Rezensionen, Spielemesse 2007








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