Anno Domini gehört zu der Sorte Spiele, die aufgrund geringer Größe überall mitnehmen kann. Und man kann das Kartenspiel mit bis zu 8 MitspielerInnen spielen, also auch für größere Gruppen gut geeignet. Von Anno Domini gibt es verschiedene Ausgaben zu unterschiedlichsten Themen. Das Grundprinzip hinter Anno Domini ist einfach: Auf den Karten befindet sich auf der Vorderseite ein historisches Ereignis und auf der Rückseite die zum Ereignis passende Jahreszahl. Jeder Spieler bekommt nun neun Karten, die mit dem Ereignis nach oben vor ihm liegen. Eine Karte vom Stapel der übriggebliebenen Karten wird aufgedeckt und nun geht es darum, einen Zeitstrahl auszulegen, also der Reihe nach Karten in die richtige Reihenfolge auszulegen.
Dazu legt der dranene Spieler, der an der Reihe ist, eine seiner neun Karten in den Zeitstrahl, also an den Anfang, wenn das Ereignis früher als alle anderen war, zwischen zwei Karten, wenn er dort das geheime Datum wähnt oder ans Ende, wenn es das jüngste Ereignis ist. Der nächste Spieler tut es ihm gleich oder, und das ist die andere Möglichkeit, die Richtigkeit des Zeitstrahls anzuzweifeln. Also entweder anlegen oder anzweifeln. Wenn nun der Zeitstrahl angezweifelt wird, werden die Karten umgedreht und die Daten zeigen die reine Wahrheit. Hat der Zweifler recht gehabt, so muss der Spieler, der zuletzt eine Karte an Zeiotstrahl angelegt hat drei Zusatzkarten vom Stapel nehmen und der Zweifler startet einen neuen Zeitstrahl. War der Zweifel allerdings unangebracht, trifft es den Zweifler: Er muss drei Karten nehmen und das Spiel geht ohne Kartenablage weiter in der Runde. Wer zuerst alle Karten vom Tisch hat, hat das Spiel dann gewonnen.
Was sich auf dem ersten Blick nach einem drögen Spiel für promovierte HistorikerInnen anhört, entpuppt sich als witziges und interessantes Kartenspiel. Denn die Ereignisse geben dem Spiel die notwendige Würze: Wann die Mondlandung war, wissen viele, aber weiß man auch wann frische grüne Erbsen in der Pariser High Society als teure Delikatesse galten? Oder wann erstmals ein Zauberer auf der Bühne eine Frau zersägte? In der gesamten Anno-Domini-Reihe finden sich tausende solcher abgedrehten Randnotizen der Geschichtsschreibung und macht das Spiel auch nach mehrmaligen Spielen interessant. Die Karten sind in thematisch geordneten Sets erhältlich, einen guten Überblick über die 18 Seits mit insgesamt 6048 Karten (wenn sich der Verlag nicht verzählt hat…) findet man in der Spiele-Datenbank luding.org. Besonders spaßig finde ich das Spiel wenn man unterschiedliche Sets mischt. Ach ja, kein Spiel ist perfekt, gerade wenn es um geschichtliche Daten geht.
Zusammenfassend läßt sich sagen: Anno Domini ist in all seiner Vielfalt ein tolles Spiel mit einfachem Mechanismus, dass auch in größeren Gruppen viel Spaß macht. Ein Spiel, dass man gut mitnehmen kann und das man auch ohne Probleme gut verschenken kann (egal ob einen Wenig-Spieler oder Spiele-Geek).
Anno Domini
von Urs Hostettler
Verlag: Abacus/Fatamorgana
derzeit 18 Sets mit je 336 Karten
ca. 8 bis 12 Euro je Set
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Tags: Abacus, Anno-Domini, Fatamorgana, Kartenspiel, Rezension, Rezensionen, Urs-Hostettler









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