Und zum Start eine weitere Rezension, die bereits in der BSZ erschienen ist. “Zug um Zug” heißt das Spiel, das im Okotober 2004 einer der Schlager auf der Essener Spielemesse war. Nicht zuletzt, weil es die begehrte Auszeichnung “Spiel des Jahres” erhielt - auch ein Grund, das Spiel mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Bei „Zug um Zug” geht es darum, durch den Bau von Eisenbahnverbindungen auf dem nordamerikanischen Kontinent möglichst viele Punkte zu ergattern. Die Strecken zwischen den einzelnen Städten sind unterschiedlich lang und je länger eine Strecke ist, desto mehr Punkte bekommt man.
Der Streckenbau ist an sich auch recht einfach: So muss man für eine Strecke genügend Waggon-Karten auf der Hand in der passenden Farbe haben - oder man hat Glück und kann auf einer der zahlreichen grauen Strecken mit Karten einer beliebigen Farbe bezahlen. Hat man genügend Waggon-Karten, darf man nun die Strecke mit Waggons seiner Spielfarbe belegen und damit ist diese Strecke dann auch für die MitspielerInnen gesperrt. Nun fängt man das Spiel mit vier Waggonkarten an, es ist also klar, dass diese magere Ausgangslage nicht ausreicht, zum Eisenbahn-Mogul zu werden. Daher kann man sich pro Runde aussuchen, entweder eine neue Strecke zu bauen, bis zu zwei Waggon-Karten nachzuziehen oder sich neue Aufträge an Land zu ziehen.
If you’re going to San Francisco
Neben den Punkten aus dem Streckenbau bringen erfüllte Aufträge einen deutlichen Vorsprung auf der Zählleiste. Am Anfang kann man sich bis zu drei Aufträge aussuchen und während des Spiels weitere Aufträge nachziehen. Ein Auftrag ist z.B. dann erfüllt, wenn man mit Zügen seiner Farbe zwei Städte miteinander verbinden kann - welche Städte es sind, hängt vom Auftrag ab. Auch hier zählen weiter entfernte Städte, wie z.B. die Strecke New York-Los Angeles mehr Punkte als relativ kurze Strecken wie Washington-Boston. Doch hier ist Vorsicht angebracht: Denn nicht erfüllte Aufträge zählen am Spielende als Minuspunkte. Wer also erst mal größenwahnsinnig alle möglichen Aufträge annimmt, kann ganz schnell wieder ganz hinten liegen. Der/die SpielerIn mit der längsten durchgehenden Strecke wird auch mit zusätzlichen Siegpunkten belohnt.
Einfache Regeln, viel taktische Tiefe
Die Regeln des Spiels hören sich auf den ersten Blick recht simpel an und sie sind es auch. Während am Anfang des Spiels jeder noch für sich baut, wird es mit zunehmender Streckendichte interessanter. Man erahnt, welche Aufträge die MitspielerInnen erfüllen sollen und kann neben dem eigenen Streckenbau nun auch noch ebendiese ärgern, indem man bestimmte Strecken zubaut, so dass Aufträge unerfüllbar werden oder erst ein langer Umweg über andere Strecken gebaut werden muss. Aber auch hierbei bleibt der mentale Aufwand der SpielerInnen im Rahmen - also auch mit langwierigen DauergrüblerInnen kann dieses Spiel Spaß machen. Natürlich kann man nicht die gleiche Spieltiefe erwarten wie von komplexeren Aufbauspielen, die z.B. noch über Handels- oder Auktionsphasen verfügen, wenn man dies aber weiß, findet man in „Zug um Zug” ein sehr nettes Spiel, dass nicht nur für Ab-und-zu-SpielerInnen spannende Spielrunden verspricht, sondern auch in anspruchsvolleren Spielrunden für Abwechselung sorgt - ein gutes Spiel, dass sich schnell erlernen und ebenso schnell spielen lässt (eine Partie dauert max. eine Stunde). Zu guter Letzt: Wer nicht die Katze im Sack kaufen will, kann beim Spielehersteller unter www.daysofwoder.com das Spiel auch online probespielen!
Zug um Zug
Von Alan R. Moon
Erschienen bei Days of Wonder
25 - 30 EUR
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Tags: Alan-R.-Moon, Brettspiel, Rezension, Rezensionen, Spiel-des-Jahres, Spielemesse








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